Hast du schon einmal von „Covern“ im BDSM-Kontext gehört? Dabei handelt es sich um eine wichtige Schutzmaßnahme, um sich bei einem Date mit einer unbekannten Person aus der Szene abzusichern. Doch wie funktioniert das genau? In diesem Blogpost erfährst du alles, was du wissen musst, um bei deinem nächsten BDSM-Treffen, vielleicht ja sogar unserer Session, geschützt zu sein.
Bei Treffen im BDSM-Rahmen ist es wichtig, sich entsprechend abzusichern – genau hier kommt das Covern ins Spiel. Der Begriff steht für die Absicherung durch mindestens eine informierte dritte Person, die in der Lage ist, im Ernstfall schnell und effektiv zu handeln. Covern bedeutet also, dass eine Person eures Vertrauens im Hintergrund das Treffen „überwacht“ und dir im Notfall zur Seite steht. Das kann eine Freundin oder ein Freund sein, der nichts mit BDSM zu tun hat, aber auch ein ehrenamtlicher Schutzengel aus der BDSM-Community, z.B. einem Forum. Die Absicherung durch Covern gibt dir nicht nur ein besseres Gefühl, sondern minimiert das Risiko von unangenehmen oder gefährlichen Situationen beim Treffen mit einer bisher unbekannten Person.
Wie funktioniert Covern im BDSM?
Informierte Dritte als Schutzengel
Informierte Dritte als Schutzengel sind wie gesagt ein wichtiger Aspekt des Coverns. Es ist eine gute Idee, jemanden zu informieren, dem man vertraut und der z.B. über den Ort und die Zeit des Treffens Bescheid weiß. Die covernden Personen können auch festlegen, ob sie persönlich oder telefonisch über das Wohlbefinden informiert werden möchten und welche Codewörter verwendet werden sollen, um bei Bedarf Hilfe zu rufen. Es gibt auch ehrenamtliche Organisationen wie die größte deutschsprachige BDSM-Community „Sklavenzentrale“ oder SOS-BDSM in der Schweiz, die einen kostenlosen Coverservice anbieten. Es kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig es ist, einen informierten Dritten als Schutzengel zu haben und dass Covern im BDSM dazu beitragen kann, das Risiko sexuellen Missbrauchs zu minimieren.
Absprachen mit dem „Schutzengel“
Deutliche Kommunikation
Die Kommunikation zwischen der gecoverten Person und dem „Schutzengel“ sollte klar und deutlich sein. Bevor eine BDSM-Session beginnt, sollten alle wichtigen Details des Treffens, einschließlich Ort und Zeit und auch andere Informationen, die man über die Person, die man trifft, bekommt (z.B. Autokennzeichen), mit dem Schutzengel geteilt werden. Auch kann man ihm/ihr alle Kontaktinformationen der anderen Person geben.
Codewörter
Codewörter sind ein gutes Instrument, um im Notfall Hilfe rufen zu können. Sie sollten vorher mit dem „Schutzengel“ abgesprochen und festgelegt werden. Diese Wörter könnten telefonisch, per SMS oder in einer anderen Form übermittelt werden, um zu signalisieren, dass man in einer Situation ist, in der man sich unwohl oder gefährdet fühlt und Unterstützung benötigt.
Ein solches Codewort kann dem Schutzengel ein Zeichen geben, das dein Date nicht versteht oder als harmlos einstuft. Ein Beispiel könnte beispielsweise sein, dass man am Telefon beim Check-In mitteilt, dass man vergessen habe, den Hund zu füttern und ob der Schutzengel dies bitte noch machen könne. In dem Fall wüsste der Schutzengel dann, dass Gefahr im Verzug ist und er z.B. die Polizei rufen sollte.
„Check-In“ Zeiten
Die Etablierung von „Check-In“ Zeiten ist eine weitere wichtige Absprache, die getroffen werden sollte. Diese sind vorbestimmte Zeiten, beispielsweise alle 30 Minuten, zu denen sich die gecoverten Person beim Schutzengel meldet, um ihm/ihr mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist. Wenn der Schutzengel während dieser Zeiten nichts hört, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt, und er/sie könnte dann entsprechende Maßnahmen ergreifen.
Wie sieht das bei einer Session aus?
Während der Session
Während der BDSM-Session ist es wichtig, dass der „Schutzengel“ erreichbar bleibt und die vereinbarten „Check-In“ Zeiten im Blick hat. Er/Sie sollte bereit sein, zu handeln, wenn die gecoverte Person das Codewort nennt oder sich diese nicht zum vereinbarten Zeitpunkt meldet.
Es ist auch für jeden vernünftigen Spielpartner vollkommen okay und selbstverständlich, im Spiel diese „Check-in“-Zeiten freizuhalten oder sich selbst im Vorfeld zu erkundigen, wie er/sie der anderen Person die nötigen Freiräume, auch während einer Session, für die Kommunikation mit dem/ der Dritten einräumen kann.
Nach der Session
Nach der Session sollte sich die gecoverten Person erneut bei ihrer Kontaktperson melden, um zu bestätigen, dass sie sicher und unverletzt ist. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, um über die Session zu sprechen und eventuelle Bedenken oder Probleme zu besprechen. Wenn die gecoverte Person sich nicht meldet, sollte der „Schutzengel“ wissen, was er/sie tun soll, z.B. ob er/sie die Polizei anrufen oder zu dem Ort gehen soll, an dem das Treffen stattgefunden hat.
Maßnahmen des „Schutzengels“ im Notfall
Im Falle einer Notsituation sollte der „Schutzengel“ in der Lage sein, schnell und effizient zu handeln. Hier sind einige Schritte, die er/sie ergreifen kann:
- Kontaktversuch: Der erste Schritt sollte immer der Versuch sein, den Gecoverten zu erreichen. Manchmal kann es sich um ein Missverständnis oder eine technische Panne handeln.
- Kontakt zur anderen Person: Wenn die gecoverten Person nicht erreicht werden kann, sollte der „Schutzengel“ versuchen, die andere Person, mit der das Treffen stattfindet, zu kontaktieren.
- Ort der Session aufsuchen: Ist sowohl die gecoverte Person als auch die andere Person nicht erreichbar, sollte der Schutzengel den Ort der Session aufsuchen, sofern er/sie die genaue Adresse hat. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn das Treffen in einem öffentlichen Raum stattfindet.
- Hilfe von außen: Wenn der „Schutzengel“ den Verdacht hat, dass die gecoverte Person in Gefahr sein könnte, sollte er/sie nicht zögern, externe Hilfe zu holen. Dies kann bedeuten, die Polizei zu informieren. Er kann auch versuchen, wenn das Treffen beispielsweise in einem Cafe oder Restaurant stattfindet, dort das Personal zu kontaktieren und bei diesem nachzufragen.
- Nachbereitung: Nachdem die Situation geklärt ist, ist es wichtig, zusammen mit der gecoverten Person zu reflektieren, was passiert ist und wie man in Zukunft ähnliche Situationen vermeiden kann.
Diese Schritte sind nur Richtlinien und die genauen Maßnahmen hängen stark vom jeweiligen Fall ab. Es ist wichtig, dass der „Schutzengel“ immer das Wohl der gecoverten Person im Blick behält und bereit ist, umgehend zu handeln, wenn die Situation es erfordert.
Meine Absicherung als Domina
Als Domina ist es für mich von höchster Priorität, sowohl für meine eigene Sicherheit als auch für das Wohlbefinden meiner Spielpartner zu sorgen. Auch ich bin bei unseren Treffen gecovert. Das heißt, es gibt eine vertrauenswürdige Person, die über unsere Session informiert ist und in der Lage ist, im Notfall zu handeln.
Dabei ist aber unsere Diskretion ebenso von höchster Bedeutung. Die Informationen, die mit meiner Kontaktperson geteilt werden, sind strikt auf das Notwendige begrenzt und dienen ausschließlich dem Zweck der Sicherheit. Es werden auch keinerlei Bild-, Ton- oder Videoaufzeichnungen der Session oder der Räumlichkeiten gemacht. Außerdem findet die Session in meinem Studio statt, wo wir ungestört sind. Die Privatsphäre und das Vertrauen meiner Spielpartner sind mir äußerst wichtig und ich unternehme alle notwendigen Schritte, um sicherzustellen, dass diese während unserer Sessions gewahrt bleiben. Ich bitte aber auch um Verständnis, dass ich meine Sicherheit ebenso absichern muss und werde.
Fazit
Covern im BDSM kann ein effektives Mittel sein, um sich selbst und andere vor potenziellen Risiken zu schützen. Mit den richtigen Absprachen und Vorbereitungen kann es dazu beitragen, eine sichere und angenehme Erfahrung zu gewährleisten. Wichtig ist, dass man immer auf seine Intuition hört und nicht zögert, um Hilfe zu bitten, wenn man sich unsicher oder unwohl fühlt. So bleibt BDSM das, was es sein sollte – eine sinnliche und spannende Erkundung der eigenen Grenzen und Fantasien.

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